Musik im Sägewerk

Mehr als 25 Jahre lang war Sten Niclasson als Bassbariton und Violinist auf den Bühnen Schwedens zu Hause – und das wäre vermutlich auch heute noch so, wenn der Zufall seinem Leben nicht eine andere Wendung gegeben hätte: Im Sommer 1996 kommt der Opernsänger auf der Durchreise in die ehemalige Bergbausiedlung Skäret außerhalb von Kopparberg und direkt am Ufer des Sees Ljusnaren sticht ihm ein altes verlassenes Sägewerk ins Auge, in dessen Mitte ein großes, rotes Lagerhaus thront. Niclasson wird neugierig und geht auf Entdeckungstour. Schließlich steht er inmitten der großen Lagerhalle, die Sonnenstrahlen fallen durch die Ritzen der Holzwände, die Tauben gurren auf dem Dach – und Sänger, der er nun einmal ist, kann Sten Niclasson der Versuchung nicht widerstehen und stimmt ein paar Töne aus Wagners „Walküre“ an. „Ich wusste sofort: An diesem tollen Ort und bei dieser unglaublichen Akustik müssen hier Opern gesungen werden“, erzählt Sten Niclasson.        

Nach und nach nahm diese Idee in seinem Kopf immer konkretere Formen an und Sten Niclasson beschloss, alles zu unternehmen, um sie zu verwirklichen. Er nahm Kontakt mit der Kommune Ljusnarberg auf, der Eigentümerin des Sägewerks, und sprach auch andere Interessenten an. „Es hat sehr lange gedauert und viel Zeit in Anspruch genommen, um die Leute davon zu überzeugen, dass meine Idee tatsächlich funktionieren kann“, erinnert sich der Sänger. „Selbst heute ist bisweilen noch viel Überzeugungsarbeit notwendig.“ Im Jahr 1998 wurde zuerst einmal ein EU-Projekt bewilligt, das auch eine Vorstudie zum Opernhaus umfasste. Im darauf folgenden Sommer wurde dann ein erstes Testkonzert in dem alten Holzlagerhaus durchgeführt, mit vier Opernsängern, einem Flügel und einem Streichquartett – und das 600-köpfige Publikum war begeistert. Motivation genug für Sten Niclasson, um seine Idee weiter voranzutreiben. Mit enormer Ausdauer trieb er an den verschiedensten Stellen finanzielle Mittel auf und gewann immer mehr Unterstützer und Partner für sein Projekt. Im Sommer 2004 war es dann endlich so weit: Niclasson veranstaltete zwei Operngalas mit internationalen Solisten und Orchester in der Lagerhalle, in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Örebro wird eine Meisterklasse für junge Sänger ins Leben gerufen und der international bekannte Opernpädagoge Dan Marek aus New York kommt erstmals in die Region Bergslagen. Das Opernfestival Opera på Skäret war geboren.

Seither wird in dem alten Sägewerk jedes Jahr im Sommer unter der künstlerischen Leitung von Sten Niclasson erstklassige Opernkunst mit internationaler Beteiligung geboten. Im Jahr 2006 wurde hier mit Verdis „Rigoletto“ die erste komplette Oper inszeniert, 2007 folgte „Aida“ und 2008 gab es eine innovative 3D-Inszenierung von Puccinis „Tosca“. Und im Sommer 2009 wagen sich die Betreiber an die Kombination der beiden Kurz-Opern „Il Tabarro” von Puccini und „Pajazzo“ von Leoncavallo heran. Insgesamt stehen im August 2009 zehn Aufführungen auf dem Programm, zu denen mehrere Tausend Besucher erwartet werden. Denn mittlerweile ist das Opernfestival in Skäret bereits so beliebt, dass ab Stockholm und Karlstad sogar Sonderzüge direkt zum Festivalgelände eingesetzt werden. So wurden auch die übrigen Gebäude des ehemaligen Sägewerks schon „zweckentfremdet“ und beherbergen nun eine zusätzliche kleine Bühne, ein Café, eine Kunstgalerie, Logen und Büroräume. Für die Zukunft sind außerdem ein Restaurant und ein Hotel angedacht. Doch hat Sten Niclasson damit seinen Traum schon verwirklicht oder warten noch weitere Herausforderungen? „Langfristig möchten wir die ‚Opera på Skäret’ als eines der wichtigsten Sommerfestivals in Europa etablieren“, erzählt Niclasson. „Aber so weit sind wir natürlich noch lange nicht. Da gibt es noch viel zu tun – und wir haben auch noch eine Menge Ideen.“ Bei diesem Engagement bleibt Niclasson aber nicht mehr viel Zeit, um selbst zu singen. „Im Moment führe ich viel Regie und kümmere mich auch um administrative Dinge. Aber man kann ja nie wissen: Vielleicht stehe ich irgendwann auch wieder einmal ganz vorne auf der Bühne.“

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