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Tomas Tranströmers Stockholm

Der Nobelpreisträger in Literatur von 2011, Tomas Tranströmer, ist in Stockholm aufgewachsen. Vor allem im Stadtteil Södermalm sind seine Spuren zu finden.

  • Nobel Prize winner Tomas Tranströmer

Nobel Prize winner Tomas Tranströmer

1. Stigbergsgatan.

Von 1990 bis 1997 wohnten der schwedische Journalist, Blogger und Schriftsteller Alex Schulman und Tomas Tranströmer in derselben Straße. Bei dem damaligen Teenager Schulman hat sich in diesem Zusammenhang vor allem ein Bild in die Erinnerung eingebrannt: Ein mit Blumen überfüllter Papierkorb vor dem Haus der Tranströmers. Dieser Anblick machte ihn immer trübsinnig. Noch heute erinnert er sich daran, wie das Jahr für Jahr vor der Tür wartende Presseaufgebot seine Gratulationssträuße weg warf, weil der Nobelpreis wieder an jemand anderen gegangen war. 

Was man hier tun kann: Ehrfurcht fühlen und die fantastische Aussicht genießen.

2. Folkungagatan 57.

Im fünften Stock eines Hauses, das sich nicht entscheiden kann, ob seine Farbe ziegelrot oder braun ist, hat Tomas Tranströmer den größten Teil seiner Kindheit und Jugend verbracht. In „Die Erinnerungen sehen mich“ beschreibt er, wie er die mitreißenden Lachsalven des Nachbarn mit der bleichgelben Hautfarbe durch die Wand hörte. „Ein anderes ständig wiederkehrendes Geräusch war das Knallen von Korken. Die Bierflaschen hatten damals keine Kapselverschlüsse“, schreibt er.
Heute drängen sich im Erdgeschoss des Gebäudes die Kneipen – der Kreis ist geschlossen, auch wenn heute nicht die gleichen Lachsalven zu hören sind. 
In der obersten Wohnung der Folkungagatan 57 begann Tranströmer auch mit dem Schreiben. 

Was man hier tun kann: „Fish & Chips“ essen und das Gedicht „Aus dem Winter 1947“ („Från vintern 1947“) lesen, das am Eingang auf der linken Seite angeschlagen ist. In der deutschen Ausgabe „Sämtliche Gedichte“ ist es auf Seite 156 zu finden.

3. Medborgarhuset

Hanna Westöö, Bibliothekarin in der Bibbliothek am Medborgarplats, zeigt auf einige leere Regale. Alle Werke Tranströmers sind ausgeliehen.
Tranströmer selbst lockte am meisten der Fakten-Bereich der Bibliothek: Geschichte – interessant, Medizin – abschreckend, Geografie – faszinierend. Besonders lockten ihn Afrika und die großen unbekannten Kolonien, die selbst im Afrikaregal vernachlässigte Gebiete waren.  

Was man hier tun kann: Ein Buch über Angola ausleihen (wird für deutsche Touristen nicht funktionieren – a) schwedische Sprache, b) keine Personnummer für einen Ausweis)

4. Söderbokhandeln, Hansson & Bruce

Nach der Bekanntgabe der Nobelpreisverleihung sind Tranströmers Bücher in Schweden weggegangen wie warme Semmeln. In seiner Jugend ist der Poet auf seinem Weg zur Schule oft an der Buchhandlung vorbei gekommen. Vor zwei Jahren war er hier noch einmal zu Besuch. 

Was man hier tun kann: Stöbern Sie durch das lyrische Angebot der Buchhandlung.

5. Schule Södra Latin

Die imposante Ziegelfassade schaut auf den Schulhof hinab. Als Tranströmer seine Aufnahmeprüfung für diese höhere Schule genannt HÖGRE ALLMÄNNA LÄROVERKET FÖR GOSSAR Å SÖDERMALM ablegte, buchstabierte er das Wort „särskilt“ falsch, wurde aber dennoch angenommen. Das kleine Wort, das übersetzt so viel wie „besonders“ bedeutet, spielte bei ihm aber bis in die 1960er Jahre eine wichtige Rolle – und zwar mitnichten in korrekter Rechtschreibung. 

Was man hier tun kann: Machen Sie es sich auf einer Bank bequem, holen Sie die Thermoskanne heraus und genießen Sie in Ruhe eine Tasse Kaffee.

6. Grindsgatan 33

Zu Beginn seines Lebens wohnte Tranströmer in der Swedenborgsgatan 33, die heute Grindsgatan heißt. Als er drei Jahre alt war, zog seine Mutter mit ihm um. In „Die Erinnerungen sehen mich“ bezeichnet er sein Leben als einen Kometen mit Kopf und Schweif. Dort, wo das Licht am stärksten ist, am Kopf, ist für ihn die frühe Kindheit – die Zeit in der Grindsgatan. Im Alter von 60 Jahren lokalisiert er sich selbst „… weit im Kometenschweif drinnen“. 

Was man hier tun kann: Essen Sie eine Pizza im Restaurant Lilla Harem oder lassen Sie sich im Salon Hårsvallet einen neuen Haarschnitt verpassen. 

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Die Schwedische Akademie ehrt Tomas Tranströmer mit dem Literatur-Nobelpreis 2011. Der 80-Jährige ist einer der wichtigsten Lyriker Schwedens. "Tranströmer ist einer der größten Poeten unserer Zeit", sagte der der Sprecher der Akademie Peter Englund in Stockholm. Der Lyriker habe den Preis bekommen, weil er "uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist."
Ausgerechnet der so genannte Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki hat bekannt, dass er noch nie vom diesjährigen Nobelpreisträger gehört habe.

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