Blekinge ist etwas für die ganz harten Meerforellenangler - naturliebend, frusttolerant und in der Lage, sich vielleicht über ein oder zwei gefangene Fische in der Woche zu freuen. Hinzu kommt, dass man hier ein sehr anspruchsvolles Watrevier vorfindet. Wer sich darauf einlassen kann, wird es lieben und immer wieder hierher kommen. Wer mit der Erwartung kommt, die gewohnte Fischerei deutscher oder dänischer Küsten zu erleben, der wird es hassen.
Die vorgelagerte Küstenstruktur Blekinges ist oft hunderte Meter, manchmal sogar mehrere Kilometer weit in die Ostsee hinaus moderat tief und mit vielen Untiefen behaftet. Dies bedeutet, dass die Fische nicht zwingend in die Wurfweite des Küstenfischers kommen müssen, um ausreichend Nahrung zu finden. Unter der geringeren Anzahl gefangener Meerforellen befinden sich jedoch immer wieder Traumfische zwischen 5 und 7 Kilo, zum Teil sogar bis 10 Kilo.
Die Winter- / Frühjahrsfischerei ist von der Sache ähnlich wie in Skåne, nur werden merklich weniger Fische gefangen als in Skåne und die Blankfisch-Quote ist deutlich höher – von 10 gefangenen Fischen sind mindestens 6 Fische blank. Der Hauptgrund hierfür dürfte sein, dass es in Blekinge weniger Flüsse mit Meerforellenaufstieg gibt.
Rauhes und felsiges Blekinge
Angrenzend an Skåne Län überschreiten wir im Bereich der Städte Bromölla und Sölvesborg die unsichtbare Grenze nach Blekinge. Die Landschaft zeigt sich dem Besucher nicht mehr weich und mild gezeichnet, sondern in einer oft rauhen und felsigen Struktur.
In Verbindung mit regenarmen Sommern und dem Küstenwind ist hier über Jahrtausende ein bizarrer Klein- und Krüppelwuchs der Vegetation geprägt worden, die jeden Angler und Naturbegeisterten in ihren Bann ziehen wird. Moose, Farne und Blaubeersträucher sind über weite Strecken der Unterbewuchs in dieser Küstenregion, auch das grau-silberne Sphagnummoos ist fast überall zu finden.
Unzählige bewohnte, aber auch unbewohnte Inseln und Schären wie Hanö, Tärnö, Norje Gryt und Gyö, bieten dem Meerforellenangler gigantische Möglichkeiten einer Befischung in noch fast unberührter Natur. Hinzu kommen die Möglichkeiten der Festlandstrecken.
Nur selten werden wir in diesen ausgedehnten Bereichen auf andere Angler treffen. Und ein Fischgang zwischen gewaltigen Felsen, in denen sich die auflaufenden Wellen brechen, dabei vielleicht sogar zwei Seeadler im Blick, die auf einer hohen und trockenen Eiche aufbaumen, wird kein Meerforellenfischer in seinem Leben mehr vergessen.
Hoffen auf den Traumfisch
Die berühmte Mörrum, aber auch kleine Flüsse wie der Bräkneån, Skräbeån, oder Lyckebyån sorgen mit ihren Fischbeständen für den jährlich zum Meer abwandernden Smolt und die zum Teil gewaltigen Kelts, die sich in ihren küstennahen Jagdgründen sehr schnell wieder zu blanken und kampfstarken Meerforellen entwickeln, so dass wir Angler hier jederzeit auf unseren Traumfisch hoffen können.
Die beste Zeit, um einen starken Blekinge-Öring zu fangen, sind die milden Wintermonate nach der Schonzeit im Januar, sofern die Wassertemperatur eine effektive Befischung zulässt, oder aber der Eisgang das Meerforellenfischen nicht komplett vereitelt. Der sicherste Monat ist aber der April, denn in diesen Wochen ist in der Regel mit konstanten Luft- und Wassertemperaturen zu rechnen.
Das in Blekinge geltende Schonmaß von 50 Zentimetern sagt schon einiges über die zu erwartenden Fischgrößen aus. Das Durchschnittsmaß zeigt sich im Fang von Meerforellen über 60 Zentimeter und der Angler kann hier jederzeit mit seinem persönlichen Traumfisch rechnen.
Spinnrute, Fliegenrute oder Blinker
Das ausgedehnte Revier der Fische bringt der zusätzlichen Reichweite einer Spinnrute einige Vorteile gegenüber der Fliegenrute. So kann nicht nur der Blinker eingesetzt werden, sondern ebenfalls eine Fliege. Mittels Spinnrute und einem Sbirolino kann so auch noch auf große Distanz präsentiert und sehr effektiv gefischt werden. Aber auch der Fliegenfischer kann und wird zu seinem Erfolg kommen, denn Welle und Wassertrübung bringen die Meerforellen in den richtigen Stunden in eine für den Angler erreichbare Distanz.