Kungsleden
In der neuen Ausgabe des NORR Magazins führt die Redaktion zu den zehn besten Erlebnissen entlang des Kungsledens – eines der schönsten Wanderwege der Welt. NORR stellt Ihnen hier drei der schönsten Erlebnisse vor, die anderen der zehn können Sie in der neuen NORR Nr. 1/2010 lesen.
Der 500 Kilometer lange Kungsleden führt fast nur durch unberührte Wildnis. Doch man muss nicht die gesamte Strecke absolvieren. Immer mehr Wanderer bleiben für ein paar Tage in einer Berghütte oder Fjällstation und unternehmen von dort aus Tagesausflüge in die nähere Umgebung.
1. Die Aussicht: Skierfeklippan
Auf dem Wanderweg zwischen den Fjällstationen Saltoluokta und Kvikkjokk führt der Kungsleden an der Ostseite des Sarek-Nationalparks entlang. Normalerweise dauert diese Tour vier Tage. Doch viele bleiben länger hier und übernachten in den Hütten in Sitojaure oder Aktse, um dann Tagestouren im Sarek zu machen. Oder einfach nur über das berühmteste Tal des Nationalparkes zu blicken – das Rapadalen mit seinen ausgedehnten Wasserläufen und farbenfrohen Fjällwiesen. Der beeindruckendste Aussichtsplatz des Kungsledens ist aber die 1179 Meter hohe Klippe Skierfe, deren fast 700 Meter steil abfallende Felswand Richtung Rapadalen und Pårtemassiv zeigt. Skierfe ist das lieblingsmotiv vieler Profi- und Amateurfotografen, die in der norrländischen Gebirgslandschaft unterwegs sind. Vom Kunsgleden aus kann man es von der Etappe von Sitojaure nach Aktse aus in ein paar Stunden hierher schaffen.
2. Die Gletscher: Kebnekaise
Der Kebnekaise ist mit seinen 2106 Metern nicht nur Schwedens höchster Berg, er ist auch ein beeindruckendes Massiv mit einigen größeren Gletschern. Dort sollte man als unerfahrener Wanderer allerdings nicht alleine unterwegs sein. Und auf keinen Fall ohne richtige Ausrüstung und/oder einen Bergführer. Doch auch aus der Distanz lassen sich die teilweise dramatischen Eis-, Schnee- und Felsenformationen betrachten. Auf der Westseite des Massivs liegt der Rabotgletscher und auf der Ostseite münden drei Gletscherzungen in verschiedene Täler: der Björlinggletscher, der Großgletscher und der Eisfallgletscher.
Noch bis vor einigen Jahren wurden die Gletscher des Kebnekaise von Klimaforschern, die die Ergebnisse der Klimareporte der Vereinten Nationen infragestellten, als Beispiele hervorgehoben, weil die Gletscher hier tatsächlich an Größe zunahmen anstatt zu schrumpfen.Doch in den letzten Jahren hat sich die Entwicklung umgekehrt. Auch der Gipfel des Kebnekaise wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Stück für Stück niedriger werden, da die obere Schicht nur aus Eis und Schnee besteht.
3. Die Flora: Lappländische Alpenrose
Im Abisko-Nationalpark, in unmittelbarer Nähe des Kunsgleden, wächst Schwedens einzige echte Rose: die lappländische Alpenrose (Rhododendron Lapponicum), auch »Eisenbahner-Rose« genannt. Der Name stammt aus der Zeit als die Eisenerzbahn zwischen Kiruna und Narvik gebaut wurde – vor etwa 100 Jahren. Man braucht jedoch ein wenig Glück, um eine Rose zu finden. Die lappländische Alpenrose ist meistens nur vier bis fünf Zentimeter groß und blüht nur für einige Wochen um Mittsommer herum. Der Rest des Sommers gleicht sie eher einem kleinen Gebüsch.