#01 Abisko: Nachbar des Nordlichts
Abisko gehört zu den niederschlagärmsten Orten in Schweden. Das trockene Klima und der oft wolkenlose Himmel bieten beste Voraussetzungen für das Nordlicht-Spotting. Außerdem ist Abisko weit von sogenannter Lichtverschmutzung entfernt. Ein Sessellift transportiert die Besucher zur Aurora Sky Station hinauf, was dazu beigetragen hat, dass Horden internationaler Journalisten und Fotografen in den letzten Jahren in den kleinen Ort gekommen sind, um den besten Blick auf das Nordlicht zu erhaschen.
Die Aurora Sky Station wird vom schwedischen Touristenverband (STF) betrieben. Hier gibt es ein Café, eine kleine Ausstellung und einen Aussichtsplatz. Doch auch andere Plätze in und um Abisko eignen sich für die Beobachtung des bunten Lichtspiels. Auch einer der bekanntesten Nordlichtfotografen Schwedens, Peter Rosén, wohnt und arbeitet in Abisko.
#03 Tärnaby: Wo die Skiprofis zu Hause sind
Wer hinter das Erfolgsgeheimnis des schwedischen Alpinsports kommen will, sollte im Oktober einen Besuch in Tärnaby einplanen. Wenn die erste Kältewelle das Laxfjäll fest im Griff hat, verändert der Ort sein Gesicht. Die Elchjagd spielt dann keine Rolle mehr. Alles dreht sich nur noch ums Skifahren. Die Schneekanonen berieseln »Ingemar-Piste« und »Anja-Abfahrt« mit einer weißen Decke. Der erste Lift nimmt seinen Betrieb auf, und auf einmal wimmelt es in Tärnaby von Schülern, die das Skigymnasium besuchen, einheimischen Jugendlichen und anderen Skifans. Fjällvinden, der örtliche Skiklub, trägt schon seit 1928 zur Erfolgsgeschichte von Tärnaby bei. Bengt-Erik Grahn war der erste einer Reihe von außergewöhnlichen Abfahrtsläufern, die internationale Erfolge einheimsten.
Der berühmteste Sohn des Ortes, Ingemar Stenmark, kann 86 Weltcupsiege auf seinem Konto verbuchen – mehr als jeder andere. Und Anja Pärson, ebenfalls gebürtig aus Tärnaby, hält den Rekord bei den Damen, was die Anzahl internationaler Titel angeht. Stig Strand, ein Kollege aus der Stenmark-Ära, weiß genau, warum die Skirennläufer aus Tärnaby so erfolgreich sind: »Was sollte man denn hier auch sonst tun außer Ski fahren?«
#05 Ottenby: Das Vogelparadies
Die Lage, das Klima und die abwechslungsreiche Natur haben die Südspitze Ölands zu einem der besten Plätze für Vogelbeobachtung in Europa gemacht. Die Zugvögel, die während des Frühlings über die Ostsee nach Norden fliegen, machen auf Öland ihren ersten Zwischenstopp nach Hunderten von Kilometern in der Luft. Im Herbst kommen dann die Vögel aus Zentralasien, die auf dem Weg nach Mitteleuropa oder Afrika sind. In dem kleinen Dorf Ottenby ist eine Vogelstation für Wissenschaftler und ein Besucherzentrum eingerichtet worden.
Südlich von Ottenby wohnt Schwedens bekanntester Vogelbeobachter Christian Cederroth in einem alten Leuchtturm (siehe auch NORR 1/2012). Über eine Million Vögel sind in diesem Vogel-Mekka schon beringt worden, und fast 400 verschiedene Vogelarten sind in den Beobachterjournalen vermerkt. Die Chance, sowohl Vögel als auch deren Beobachter in Ottenby zu treffen, ist daher ziemlich hoch.
#07 Gafsele: Gespannte Hunde
Wie in unserer Reportage über die Siedler in Norrland (NORR 4/2012) sind in Gafsele einige der besten Trailsysteme für Hundegespanne in Schweden zu finden. Vor allem Schlittenführer, die auf der Sprintdistanz unterwegs sind, kommen zum Training hierher. Die Trails sind zwischen sieben und 24 Kilometer lang, und einige sind sogar behinderten-gerecht. Auch für schneelose Zeiten gibt es markierte Wege. Die meisten Trails führen durch den angrenzenden Wald westlich des Gafsele Sleddog Centers und werden mithilfe von Pistenraupen und Schneescootern präpariert.
An den Hundeschlitten kommt man in Gafsele nicht vorbei. Der erste Verein wurde bereits 1996 gegründet und hat sowohl einheimische als auch zugezogene Mitglieder, die wegen der guten Bedingungen für Schlittenhunde aus anderen europäischen Ländern hierhergezogen sind. Will man über Nacht bleiben, ist die Jugendherberge Gafsele Lodge zu empfehlen.
#10 Apelviken: Surfing Sweden
Die schwedische Surfsaison fängt dann an, wenn die Badegäste das Handtuch einpacken und den Stränden den Rücken kehren. Im Herbst, Winter und Frühjahr sind die Wellen am größten. In dicke Neoprenanzüge eingepackt begibt sich die schwedische Surfelite nach Torö südlich von Stockholm oder nach Kåseberga in Schonen. Die meisten trifft man allerdings in Varberg an der Westküste. Seit dem großen Durchbruch des Windsurfens ist Varberg Schwedens Zentrum für alle Wassersportarten, für die ein Brett benötigt wird.
Der bekannteste Surfstrand ist Apelviken. Der ehemalige Badeort hat seine Zeit als beschauliches Dorf hinter sich und ist heute ein Stadtteil von Varberg. Doch gibt es hier immer noch Ferienhütten, einen Campingplatz und Hotels. Hier wie auch in anderen strandnah gelegenen Teilen der Stadt lebt die Surfkultur, und viele der besten Surfer des Landes wohnen in Varberg. Wer mal zugucken will, sollte an einem stürmischen Januartag zum Strand in Apelviken gehen.