Schwedens offizielle Homepage für Tourismus
Zeit in Schweden
Dienstag, 13. Mai 2008 23:11

98 Stunden bis zum Ziel

Für NORR nahm Marion Martin zum ersten Mal am Fjällräven Classic teil und legte mit 15 kg Gepäck auf dem Rücken 110 km auf dem Kungsleden zurück...

Fjäll am Kungsleden
Fotos: Martin Hülle & Marion Martin

Wie eine einsame Stuhllehne ragt er aus der Erde. „Perfekt!“, denke ich und lasse mich an dem einzigen Stein weit und breit herunter sinken. Den Rucksack lasse ich einfach auf. Neben mir auf dem Boden liegt ein  rosa Baumwoll-Handtuch. Wer nimmt denn so was mit ins schwedische Fjäll?! Wenn ich in den drei Tagen auf dem Kungsleden etwas erkannt habe, dann, dass jedes Gramm zählt. So ein Handtuch ist eindeutig zu schwer. Kein Wunder liegt es jetzt hier rum!

Bereits am ersten Tag lernte ich allerdings die wichtigste Lektion: Man sollte seine Wanderschuhe vor einer solchen Tour tatsächlich richtig einlaufen. Ein paar Waldspaziergänge sind eindeutig zu wenig. Die Quittung sind geschundene und geschwollene Fersen, die bei jedem Schritt einen stechenden Schmerz verursachen. Erst als ich nach oben schaue, um nach meinen beiden Wegbegleitern Ausschau zu halten, bemerke ich den Sonnenuntergang. E r hat die gleiche Farbe wie das Handtuch – quietschrosa.

Kaum vorstellbar, dass die letzte Nacht des Fjällräven Classic ansteht. Im Laufe des nächsten Tages werden wir es geschafft  haben – 110 km. Den nördlichsten Teil des Kungsleden, von Nikkaluokta nach Abisko. Die langen Wandertage kommen mir fast vor wie einer. Und obwohl ich erst seit zwei Tagen mit den beiden Jungs laufe, sind wir doch eine Art Team geworden. Beim Start in Nikkaluokta kenne ich niemanden. Doch durch das gemeinsame Ziel herrscht bereits dort eine Art Verbundenheit, allein optisch durch den orangefarbenen Stoff, den jeder Teilnehmer auf seinen Rucksack geheftet bekommt.

Kurz vor dem Startschuss stimmt uns eine Sami mit ihrem Gesang auf den Kungsleden ein. Obwohl ich kein Wort verstehe, meine ich sie uns damit viel Glück für den anstehenden Weg wünschen zu hören. Dann marschieren wir los.

Der Trampelpfad führt zunächst durch einen lichten Birkenwald, immer wieder durch Moore unterbrochen. Das leise Schmatzen unter den Holzplanken lässt vermuten, dass diese nicht grundlos da liegen, sondern bei Regenwetter auch wirklich nötig sind. Da in der letzten der vier Startgruppen nur etwa 60 Teilnehmer sind, entzerrt sich das Feld recht schnell. Aber zwischen den Bäumen leuchten immer wieder orangefarbene Flecken auf. Nach einer guten Stunde bin ich am Ladtjojaure. Über den knappen drei Kilometer langen See kann man auch mit dem Boot fahren. Innerhalb des Fjällräven Classic ist das allerdings nicht erlaubt. Dafür gönne ich mir einen Rentier-Burger bei Lap Donald’s. Die warme Mahlzeit kostet mich schlappe sechs Euro, aber entgehen lassen möchte ich mir diese Gaumenfreude nicht Als ich weiterlaufe, scheine ich weit und breit allein zu sein. Die Wolken hängen tief im Tal, so dass man nur erahnen kann, wie hoch die umgebenden Berge tatsächlich sind.


Wie im Gebirge das Haarewaschen ausfällt und wie Rentier-Kebab schmeckt, lesen Sie in der ganzen Reportage als PDF rechts oder im Magazin NORR 2/2008, das im gut sortierten Kiosk erhältlich ist.




Autor: Marion Martin
  Zurück
 
  Einem Freund schicken
 
  Drucken   

Volltextsuche

Accommodation & Packages

Book online

Book online

About our online booking

Passende Dokumente
Die ganze Reortage als PDF (1 MB)
Empfohlener Link
NORR Magazin
Magazin NORR
Die ganze Reortage lesen Sie als PDF und in der großen  Frühjahrsausgabe 2/2008, die Sie im gut sortierten Kiosk bekommen.

Titel des neuen Magazins NORR
Kurzinfo Fjällräven Classic
Der Wanderlauf Fjällräven CLASSIC steuert wieder einen neuen Rekord an. Seit dem Start  2005 hat sich die Anzahl der Teilnehmer jedes Jahr fast verdoppelt. Im Sommer kommen über 1 500 Menschen, um von Abisko nach Nikkaluokta zu wandern.

Der Bergwanderlauf findet Anfang August statt. Beim Fjällräven Classic geht es nur sekundär um die Geschwindigkeit, als viel mehr ums dabei sein. So bekommt am Ende jeder eine Medaille, der nach 3, 4 oder 5 Tagen den Weg von Nikkaluokta nach Abisko zurücklegt. Der Großteil der 110 km langen Strecke führt über den Kungsleden, Schwedens bekanntesten Wanderweg.
This text is replaced by the Flash movie.